#1 Wald-Michelbacher-Runde: Dolchstoßlegende 2011 von Jörg Maletz 19.03.2011 02:49

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Dolchstoßlegende 2011
Die Generalbotschaft ist jetzt klar: Wenn es mit der IGENA GmbH nicht klappt, und die Zeche dann der Bürger zahlen muss, sind die Kritiker daran schuld.
Das war das Hauptthema der Wald-Michelbacher Runde, zu der Herr Brosig, Herausgeber von „Wald- Michelbach aktuell“ am 17.März 2011 ins Rathaus eingeladen hatte. Geladen waren neben den „Spitzenkandidaten“ der Parteien und Wählergruppen vermutlich auch die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde.
Ein Bürger hatte eine Extraeinladung, Herr Arthur Knapp, er bekam nämlich als einziger das Wort erteilt, das sonst vornehmlich Herrn Brosig und, eingeschränkt, den „Spitzenkandidaten“ vorbehalten blieb.
Manch anwesender Bürger hätte vielleicht das eine oder andere fragen oder anmerken wollen, das Privileg dazu erhielt allein das CDU- Mitglied Knapp.
Soviel zu den angefragten „Wald-Michelbacher-Verhältnissen“! Die Dramaturgie der Veranstaltung hat sie uns einmal mehr vor Augen geführt.
Was Herr Knapp dann zum Besten gab, bleibt bemerkenswert. Nachdem er sich anfänglich ereiferte, dass Zahlen, die von den Grünen und den BfW genannt wurden, falsch seien und einmal mehr die betriebswirtschaftliche Inkompetenz dieser Kritiker zeige, machte er dann klar, dass die Folge der Veröffentlichung dieser Fehlinformationen sein werde , dass mögliche Investoren und IGENA-Interessenten davon abgehalten würden, sich in Wald-Michelbach anzusiedeln. Wenn also aus dem „Erfolgsmodell“ IGENA GmbH ein „Floppmodell“ wird, und die Zeichen stehen nicht schlecht dafür, sind die Kritiker und „ Schlechtredner“ dafür verantwortlich, nicht etwa die Initiatoren und Ab-stimmer.
Vielleicht retten aber die Herren Knapp und Lipp das Unternehmen trotzdem, als ehemalige leitende Angestellte der Pleitefirma Coronet, wird ihnen die betriebswirtschaftliche Kompetenz ja kaum fehlen können. Zumal sie ja auf die tätige Mithilfe des erfolgreichen Unternehmers Peter Bihn zählen können, der als sozialkompetentes SPD Mitglied weiß, wie man einen Betrieb ohne Betriebsrat konfliktarm führen kann und Arbeitsplätze durch Untertauchen von Mindestlöhnen erhält ( Lohn für Teilzeitarbeit: 5,30€ für Frauen, der Männerlohn soll höher sein)
Nun hat keiner der Kritiker den Anspruch erhoben, die IGENA-GmbH betriebswirtschaftlich führen zu wollen. Die Debatte ging um die Kosten, die für die Bürger entstehen und darum, ob es Aufgabe der gewählten Vertreter der Gemeinde ist, Monopoly zu spielen und mit dem Geldeinsatz der Bürger kindliche Allmachtphantasien auszuleben.
Das Schreckensszenario der drohenden Industriebrache und der eventuellen Fehlnutzungen der Coronet-Altlast gab einen trefflichen Hintergrund für das Auftreten der Retter des Überwalds; der selbstlose Einsatz des Ehrenamts die moralische Rechtfertigung. Wohlgemerkt, es geht hier nicht um eigene Mittel dieser Zocker, die aufs Spiel gesetzt werden, es sind unsere, die der Bürger.
Hinter dem erfolgreichen ökonomischen Engagement der IGENA verbergen sich Briefkastenfirmen, wie die Mobikon-Wald-Michelbach (die hier eigentlich Solardraisinen entwickeln und zusammenbauen wollte), Container für rumänische Bauarbeiter( die Bauten errichten, deren Errichtung einst hiesigen Firmen in Aussicht gestellt wurde) Lagerflächen (die innerhalb des Ortes, vermutlich wegen günstigerer Kosten, umgelegt wurden), eine Heizanlage, die dezentral mindestens genauso umweltfreundlich und vielleicht auch kostengünstiger hätte betrieben werden können. Bleibt das zur Verfügung stellen einer Fläche für ein Feuerwehrgerätehaus. Die aktuelle Bilanz der neuen Arbeitsplätze ist negativ, 15 (GEKA) sind gegangen, 4 (Jöst) dazugekommen, diese hätte Herr Jöst vermutlich auch auf seinem Gelände in Affolterbach unterbringen können.
Dem gegenüber stehen Gelder und Bürgschaften der Bürger Wald-Michelbachs, 50.000€ Einlagekapital (Stammkapital), dass später um 150.000€ erhöht wurde, 500.000€ als Anschub Kapital für die ersten 3 Jahre(-150.000 davon nachträglich für die Erhöhung des Eigenkapitals?), 1,2 Millionen Bürgschaft für einen Kredit der, zumindest teilweise, nötig wurde, um die maroden Altanlagen der Heizung zu ersetzen. Dazu kommt für 2010 lt. Bgm. Kunkel ein Fehlbetrag von 60.000€, der 2009 ähnlich hoch gewesen sein dürfte. Die Zukunft der Höhe der Verluste lässt sich laut Udo Klos, SPD, nur erhoffen oder erahnen.
Mit welchen bilanztechnischen Tricks sich jetzt Verluste hoch- oder runter rechen lassen, sollen die betriebswirtschaftlichen Experten von CDU, SPD usw. ergründen, es ändert am Kern der Sache nichts. Wenn jetzt Knapp und Cie. rummaulen, andere hätten keine Ahnung von der Finanzlage der IGENA, dann ist das richtig, die Zahlen kommen ja auch nicht auf den Tisch! Könnte man durch die Offenlegung eine Ahnung haben, könnte die Debatte möglicherweise anders verlaufen. Wir wünschen uns einen ökonomischen Erfolg der IGENA, schließlich handelt es sich um unser Geld. Einen Erfolg aber können wir bei dem jetzigen Stand der Information und Informationspolitik der Verantwortlichen nicht erkennen.
Bis dahin darf man annehmen, dass bei einem Anschubkapital von 500.000€ für die ersten 3 Jahre jährlich ca.170.000 ausgegeben werden, dazu die von Bgm. Kunkel genannten 60.000€ Verlust, ergibt 230.000€ im Minus. Wenn diese Gelder, wie wir jetzt von Herrn Knapp hören, gar nicht ausgegeben wurden, fragt man sich, weshalb die Gemeinde dann für einen zusätzlichen Kredit von 1,2 Millionen€ bürgt. Steuerspielereien? Monopoly?
Das Schmierentheater dieser Veranstaltung mit dem „Vorführen“ von Kandidaten und dem Schmusekurs bei anderen war dann auch recht erbärmlich. Der wohltemperierte Auftritt des Herrn Arthur Knapp als Ritter und Retter der Schwafelrunde machte einen leicht inszenierten Eindruck. Wald-Michelbacher- Verhältnisse pur, ob es zur Legendenbildung reicht:“ Kritiker verhindern das Entzünden des IGENA GmbH Leuchtfeuers! Schwere Schiffskollision auf dem Ulfenbach! Suche nach Missetätern in vollem Gange!“ Wählt CDUSPDFWAKBFDP!!!?
( Nach Kurt Tucholsky :“ Mitbürger! Der Löw` ist los! Wer ist schuld? Die Juden! Wählt die Deutsche Volkspartei!“, soviel Zitat muss heute, nach K.T. v.u.z.Guttenberg, sein!)
Jörg Maletz

#2 RE: Wald-Michelbacher-Runde: Dolchstoßlegende 2011 von Jörg Maletz 19.03.2011 14:18

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In dem Beitrag "Dolchstoßlegende" ist mir ein Fehler unterlaufen, auf den mich freundlicherweise Herr Wolfgang Wojcik aufmerksam machte, und den ich hiermit korrigieren möchte. Fälschlicherweise habe ich beim Unternehmen von Herrn Peter Bihn von "Teilzeitarbeitsplätzen" gesprochen, es muss heißen: "Geringfügig Beschäftigte".
Im Betrieb von Herrn Bihn gibt es demnach keine Teilzeitarbeitskräfte. Falls ich mit diesem Begriff jemanden verletzt haben sollte, entschuldige ich mich hier ausdrücklich für dieses bedauerliche Versehen.

Jörg Maletz.

#3 RE: Wald-Michelbacher-Runde: Dolchstoßlegende 2011 von HGW XX/7 20.03.2011 15:37

Ja, ja, der Herr Knapp, die Phalanx der CDU. Im letzten Jahr hat er noch bei einer CDU-Sitzung geäußert, dass er Bedenken habe hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Nahwärmenetz. Doch Kunkel wolle das Nahwärmenetz unbedingt, sonst komme es zum Bruch im Gemeindevorstand. Also hat Knapp die Partei- und Gemeindevorstandsraison über das Wohl der Bürger gestellt und im Gemeindevorstand zugestimmt.
Kunkel war bei dieser Sitzung übrigens in Urlaub. In seinem Beisein hätte Knapp das nie geäußert.

#4 RE: Wald-Michelbacher-Runde: Dolchstoßlegende 2011 von Andreas Lammer 23.03.2011 16:24

Weiß jemand, was heute Morgen bei der IGENA los war?
Ein Kamerateam filmte die Container und deren Bewohner, ein Auto der IG BAU stand da, und Geschäftsführer Lipp und Ehrenamtspreisträger A. Knapp unterhielten sich mit mehreren Herren.

#5 RE: Wald-Michelbacher-Runde: Dolchstoßlegende 2011 von Bündnis 90 / Die Grünen 24.03.2011 12:49

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Zur Diskussion über unterschiedliche Gehälter für gleiche Arbeit hier die Pressemitteilung von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband und Kreistagsfraktion Bergstrasse

Equal Pay Day 2011

Lohngerechtigkeit jetzt!

„Seit 2008 wird der Eqal Pay Day (EPD) jährlich begangen und erinnert an die

Lohnunterschiede von Frauen und Männern. Diese Ungerechtigkeit wollen wir nicht länger

hinnehmen und fordern eine schnellstmögliche Angleichung der Gehälter. Noch immer

verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation und Bezahlung im Durchschnitt 23 Prozent

weniger als ihre männlichen Kollegen,“ so Evelyn Berg, Spitzenkandidatin der GRÜNEN im

Kreis Bergstrasse.

„Auch im Öffentlichen Dienst gibt es dieses Lohngefälle wie auch eine Benachteiligung von

Frauen in Führungspositionen. Nach der Kommunalwahl werden wir das Thema Equal Pay

und Chancengerechtigkeit auf die Agenda bringen. Für uns GRÜNE hat das Thema einen

hohen Stellenwert und gehört zum GRÜNEN Markenkern“ ergänzt Jochen Ruoff, der auf

Listenplatz 2 der Bergsträsser GRÜNEN steht.

„Die Diskussion um die gleiche Bezahlung bei gleicher Qualifikation ist untrennbar mit der

Diskussion um die Frauenquote verknüpft. Jedoch sind die Themen unabhängig zu

diskutieren. Eine Frauenquote für die Vorstandsetagen bedingt ein Ende der

Lohnungerechtigkeit und umgekehrt. Jedoch hat eine gerechte Bezahlung Auswirkungen auf

jede Einkommensgruppe und trifft nicht nur die obere Mittelschicht. Nach den Wahlen

wollen wir schnellstmöglich mit der Öffentlichen Verwaltung, Gewerkschaften und den

Frauenbeauftragten die Lohnstrukturen untersuchen und gemeinsame Lösungen erarbeiten“

so Evelyn Berg und Jochen Ruoff abschließend.

Der Equal Pay Day findet 2011 am 25. März statt. Der Aktionstag markiert den

Entgeltunterschied zwischen den Geschlechtern als Zeitraum, den Frauen über den

Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um mit dem Vorjahresgehalt ihrer männlichen

Kollegen mithalten zu können.

Hermann Engesser, Pressereferent Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Wald-Michelbach

#6 RE: Wald-Michelbacher-Runde: Dolchstoßlegende 2011 von Foren-Siker 24.03.2011 12:59

Mit Verlaub,

was hat das mit dem Thema des Threads zu tun?

#7 RE: Wald-Michelbacher-Runde: Dolchstoßlegende 2011 von Bündnis 90 / Die Grünen 24.03.2011 13:43

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Zitat von Foren-Siker
Mit Verlaub,

was hat das mit dem Thema des Threads zu tun?





Sorry, da hatte ich weiter oben etwas über ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern in einer ortsansässigen Firma gelesen...
Aber das ist ja hier nicht das eigentliche Thema. Ich habe den Beitrag zu Bündnis 90/Die Grünen gestellt.

Besten Dank,

Hermann Engesser, Pressereferent Bündnis 90/Die Grünen, Wald-Michelbach

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