#1 Leserbrief von Stefan Werner 12.09.2013 18:28

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Heute an die OZ gesendet:

Mit viel Tamtam und Vehemenz haben Altmaier, Rösler und Co in den letzten Monaten den Menschen eingebläut die Energiewende, insbesondere das EEG, wären allein schuld am steigenden Strompreis. Eine Mär die leider von den Medien weitgehend ungefiltert weiterverbreitet wurde und wird. Den Höhepunkt setzte aber nun – rein Zufällig? - die sogenannte Monopolkommission, die statt EEG, wie es auch die FDP tut, ein Quotensystem empfiehlt. In Schweden, wo es einen hohen Anteil an Ökostrom gibt, gäbe es auch ein solches. Nur gibt es dort ,durch hohen Wasserkraftanteil, schon immer viel Ökostrom. Großen Zubau, vor allem bei anderen Erzeugungsformen, gab es dort aber nicht. Auch in GB schwenkt man nun wieder vom erfolglosen Quotensystem zu festen Einspeisevergütungen zurück. Der Vorschlag der Kommission würde aber, da er sich nur an Energiekonzerne richtet, tatsächlich zurück zu einer Monopolisierung führen!

25% Ökostrom im deutschen Strommix, die dezentral und zum weit größeren Teil von den Bürgern dieser Republik erzeugt werden, sind vor allem dem EGG zu verdanken. Keiner der, von der Lobby der Konzerne gesteuerten, Politiker hat auch nur einmal auf die positiven Wertschöpfungseffekte, die sich 2012 bereits auf 32 Mrd Euro beliefen, hingewiesen. Auch nicht auf die steigende Unabhängigkeit von Energieimporten aus Fernost. Bremser der Energiewende fügen daher der Deutschen Volkswirtschaft langfristig großen Schaden zu, Nutznießer aber von dieser Bremse sind vor allem die großen Konzernen mit ihren Windparks in der Nord- und Ostsee, deren Vergütungen weit über denen an Land liegen, sogar höher als die für Solarstrom.

Bei der Erhöhung der EEG-Umlage für das nächste Jahr wird der Anteil der reinen Förderkosten nur rund 0,15 Cent betragen. Der Rest von rund 1,2 Cent begründet sich in Änderungen des EEG durch die große Koalition und Schwarz-gelb. Wer einen Stopp des Klimawandel und in Zukunft niedrige Energiepreise möchte sollte also mit Bedacht wählen, Schwarz oder Gelb ist hierbei jedenfalls nicht die Farbe der Wahl!

#2 RE: Leserbrief von Stefan Werner 13.09.2013 06:35

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Sende diesen Bericht an die Parteizentralen

Ein neuer Bericht von Avaaz und der Deutschen Umwelthilfe veranschaulicht, wie die Bundesregierung unsere Energiewende fehlgeleitet hat. Die Kernpunkte des Berichts finden Sie weiter unten.

Schreibe unter dem Bericht nachfolgenden Link eine Nachricht an die Parteien, mit der Forderung, die Energiewende zu retten! Der Bericht zur Energiewende wird automatisch der Nachricht angehängt.

Energiewende oder Energiewendeende?
Vor zwei Jahren hat die schwarz-gelbe Bundesregierung den weltweit ehrgeizigsten Plan zur Transformation des Energiesystems eines Industrielandes angekündigt. Ziel war es, Deutschlands Energiewirtschaft schnell von zentralen Kohle- und Atomkraftwerken auf dezentrale Erneuerbare Energieträger umzustellen. Gleichzeitig sollte die Energieeffizienz bei der Produktion und Nutzung von Energie steigen. Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern hat sich in Deutschland innerhalb von zwanzig Jahren versechsfacht. Der Plan wird von einer überwältigenden Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger begrüßt. In diesem Sommer 2013 erklärten bei einer Umfrage vier von fünf Befragten ihre Unterstützung für die Energiewende. Doch nur zwei Jahre nach dem Start der auf 40 Jahre angelegten Transformation des Energiesystems, steht die Energiewende unter dem Dauerbeschuss der traditionellen Wirtschaft und von Politikern, insbesondere des Regierungslagers. Ihr Ziel ist es die Zustimmung zur Energiewende zu diskreditieren, die Ziele der Energiewende zu relativieren, den Prozess zu verlangsamen und schließlich ganz zu stoppen.

Die wichtigsten Ergebnisse: Ein Plan zur Diskreditierung der Energiewende

1. Die Rolle der Bundesregierung
Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat die Energiewende gestartet, aber es in der Folge versäumt, sie politisch zu steuern. Die Atomkatastrophe von Fukushima und die schon zuvor mehrheitlich atomkritische Haltung der Bevölkerung hat die Kehrtwende der Regierung erzwungen. Viele aus dem Regierungslager haben nicht aus innerer Überzeugung zugestimmt, sondern aus machttaktischen Motiven. Deshalb fehlt der politische Wille, die Energiewende mit aller Konsequenz umzusetzen. Die traditionelle Energiewirtschaft verliert mit hoher Geschwindigkeit Marktanteile an mittlerweile 1,4 Millionen zumeist kleine Erneuerbare-Energien-Kraftwerke und verschärft ihre Lobbyarbeit. Die produzierende Industrie streitet derweil gegen mehr Energieeffizienz in den Betrieben. Die Forderungen zur Abschaffung des Erneuerbare Energien Gesetzes, das den bisherigen Erfolg der Erneuerbaren Energien in Deutschland absichert, häufen sich. Die Analyse zeigt, dass selbst Regierungsmitglieder, allen voran Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Peter Altmaier (CDU), den Ausbaustopp oder einen verlangsamten Zubau von Erneuerbaren Energien fordern. Dazu verunsichern sie die Bevölkerung mit nachweislich falschen Zahlen über die Kosten der Energiewende. Bisher jedoch ist der Versuch gescheitert, die hohe Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung zu überwinden.

2. Die Mär von der Deindustrialisierung Deutschlands
Die seit zwei Jahren vorgetragene Behauptung, der Wirtschaftsstandort Deutschland sei infolge der Energiewende bedroht und die „Deindustrialisierung“ des Landes habe bereits begonnen, steht in einem unauflösbaren Widerspruch zu den volkswirtschaftlichen Realitäten. Deutschland gehört zu den wenigen Ländern, deren Wirtschaft trotz der anhaltenden internationalen Wirtschaftskrise wächst. 2012 erreichte der Außenhandelsüberschuss mit 188 Mrd. Euro den zweithöchsten Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 1950. Das Problem Deutschlands ist keineswegs eine durch die Energiewende ausgelöste Wirtschaftskrise, sondern ganz im Gegenteil zunehmend die Kritik des Auslands am Ungleichgewicht seiner Handelsbilanz, das als mitverantwortlich wahrgenommen wird für die Verschuldung der Krisenländer, insbesondere in der EU.

3. Die Strompreislüge
Die Behauptung wegen der Energiewende explodierende Strompreise bedrohten Wohlstand und Wirtschaftskraft Deutschlands ist falsch. Sie ist Teil einer bewussten Angststrategie, mit dem Ziel die Akzeptanz der Energiewende zu erodieren. Die Stromrechnung aller privaten und gewerblichen Stromverbraucher zusammengerechnet liegt heute – bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt – nicht höher als vor 20 Jahren. Die Strompreise der Industrie sinken seit den Energiewendebeschlüssen vor zwei Jahren kontinuierlich. Immer mehr energieintensive Unternehmen profitieren von Milliardensubventionen, für die die privaten Haushalte, Teile des Mittelstands und die Steuerzahler aufkommen müssen. Deren Strompreise haben sich seit der Jahrtausendwende nicht zuletzt wegen der Milliardenentlastungen der Industrie verdoppelt. Dieser Strompreisanstieg spiegelt immer weniger die Kosten der Energiewende wieder, sondern hat andere Ursachen. Er steigt zum Beispiel auch wegen des paradoxen Effekts, dass sich die EEGUmlage, die die kleinen Stromverbraucher zahlen müssen, erhöht, wenn der Börsenpreis sinkt. Davon profitieren wiederum die Stromversorger, die ihre sinkenden Einkaufspreise für Strom nicht an ihre Kunden weitergeben und immer noch Milliardengewinne machen. Nur noch 13 Prozent des für 2014 erwarteten weiteren Anstiegs der EEG-Umlage stammen aus der direkten Förderung neuer Solar-, Wind- und Bioenergieanlagen

4. Falsche Alternativen
Die Behauptung, die Energiewende sei unter anderen Rahmenbedingungen günstiger zu haben, ist nirgendwo belegt – auch nicht in Schweden. Das Quotensystem – zuletzt zum wiederholten Mal vorgeschlagen von der Monopolkommission der Bundesregierung – hat sich im Ausland als untauglich erwiesen, ehrgeizige Ausbauziele zu optimierten Kosten und in kurzer Zeit zu erreichen. In Deutschland würde die Quote die Energiewende verteuern und als Innovationsbremse wirken. Das schwedische Beispiel – ein Land mit 38% Atomstrom, 42% Wasserkraft, einem hohen Angebot an Biomasse und vielen guten Onshore-Windstandorten – ist nicht auf Deutschland übertragbar. Es befördert einseitig die gerade günstigsten Technologien und verhindert den Aufbau der dringend benötigten Technologievielfalt, die gerade für das Exportland Deutschland unverzichtbar ist.

Empfehlungen: Eine Zukunft mit erneuerbaren Energien sichern
Anstatt die Energiewende zu untergraben, muss die Regierung dringend entschlossene Maßnahmen ergreifen, um deren erfolgreiche Umsetzung zu gewährleisten. Aus diesem Grund muss die zukünftige Bundesregierung:


* offensichtliche Fehlentwicklungen korrigieren – insbesondere die ausufernden Strompreisermäßigungen für die Großindustrie und die Überfrachtung der EEG-Umlage mit Kostenbestandteilen, die mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien nichts zu tun haben.

* dass EEG so reformieren, dass das „Primat der Investitionssicherheit“ gewahrt bleibt, das den Erfolg des EEG in der Vergangenheit bewirkt hat.

* Erneuerbare Energien so fördern, dass die von ihnen eingeforderte Übernahme von Verantwortung für die Systemsicherheit wirtschaftlich interessant wird und der Um- und Ausbau der Stromnetze auf das notwendige Maß begrenzt bleibt.

* Sich für ein wirksames EU-Emissionshandelssystem einsetzen, das Europa eine kohlenstoffärmere Stromerzeugung ermöglicht. Wenn eine Einigung auf EU-Ebene nicht möglich ist, muss Deutschland im Interesse des Klimaschutzes und der Umwelt auf nationaler Ebene die Produktion von immer mehr Kohlestrom eindämmen und den Aufschluss neuer Braunkohletagebaue verhindern.

* die Dauerblockade bei der Energieeffizienz beenden und den Energiebedarf entsprechend drosseln

* die Bürgerenergie-Idee stärken und fördern, um die Energiewende insgesamt bürgernah und auch dezentral zu gestalten.

Hier Nachricht an die Parteizentralen senden: https://secure.avaaz.org/de/sam_report_launch/?copy

#3 RE: Leserbrief von 14.09.2013 14:40

Eine feste Einspeisevergütung ist Planwirtschaft par excellence. Dass dieses System langfristig nichts taugt, sollte doch mittlerweile nun wirklich jeder begriffen haben. Wenn schon Förderung, dann doch bitte das Budget deckel und auf alle Antragsteller gleichmäßig verteilen. Damit reguliert sich der Markt wieder selbst und wer sich mit weniger Förderung zufrieden gibt - investiert.

#4 RE: Leserbrief von Stefan Werner 14.09.2013 18:41

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Zitat von Gast im Beitrag #3
Eine feste Einspeisevergütung ist Planwirtschaft par excellence.
Dies ist die Propaganda der FDP und hat mit der Realität rein gar nichts zu tun. Eine Einspeisevergütung ist genau genommen sogar das Gegenteil einer Planwirtschaft. Hierüber wird vielmehr lediglich ein Anreiz gegeben neue Technik einzusetzen, was wiederum die technische Weiterentwicklung in einem Maße angestoßen hat die ihresgleichen sucht. Die Entwicklung war hierbei sehr breit gefächert und hat letztendlich dazu geführt das inzwischen nahezu alle Erzeugungsformen von Sonnen- über Wind- bis hin zu Biogasstrom preislich nah an dem Bereich sind wo heute mit steigender Tendenz die Fossilen und Nuklearen Stromerzeuger gekommen sind. Schon in ein bis zwei Jahren werden die Erneuerbare Stromerzeugung billiger sein wie es die alten Erzeugungsarten heute sind. Mal ganz abgesehen von den Folgekosten die wir durch diese alten und Umwelt verschmutzenden Technologien den folgenden Generationen aufbürden!

#5 RE: Leserbrief von Fienchen 15.09.2013 21:55

Herr Werner hat völlig recht und der Kommentar von Gast zeigt, dass er entweder Opfer der Propaganda gegen das EEG geworden ist oder den ökonomischen Sinn des EEG nicht verstanden hat oder beides.

Das EEG und die Preise
Bekanntlich hat die Umwelt vielfach keinen Marktpreis, weil sie meist ein öffentliches Gut ist, also etwas, das allen zusteht, von allen genutzt wird und von dem niemand direkt ausgeschlossen werden kann. Wenn der Einzelne seine Abgase in beliebiger Menge in die Atmosphäre jagt und seine Abwässer in den Fluss, gibt es keinen direkten Marktmechanismus, der ihn daran hindert, weil er das, was er da verbraucht (saubere Luft und sauberes Wasser), vorher nicht einkaufen muss. An die Stelle des Marktes müssen deshalb Staatseingriffe treten: Gebote, Verbote, Steuern auf umweltschädliches Verhalten, Emissionshandel oder Vergünstigungen für umweltfreundlichen Ressourceneinsatz usw., um einen Marktmechanismus zu simulieren bzw. um ihn zu ersetzen. Die meisten staatlichen Maßnahmen dieser Art verschieben Preise zugunsten der Umwelt. So werden Ressourcen sparsamer genutzt, wenn ihr Preis im Verhältnis zu Preisen anderer Güter stärker zunimmt.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland versucht, genau diesen Mechanismus zu nutzen. Es begünstigt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen durch Abnahmeverpflichtungen und feste Vergütungssätze für den eingespeisten Strom. Theoretisch wirken beim EEG Preise in beide Richtungen: Für aus erneuerbaren Energiequellen erzeugten Strom wird ein festgelegter (und gemessen an den Marktpreisen “zu hoher”) Preis garantiert, um diese Form der Energieerzeugung zu fördern. Und die dadurch entstehenden Kosten werden als EEG-Umlagebetrag vielen (wenn auch nicht allen) Endverbrauchern aufgebürdet, Strom wird also teurer.
Die Energiepreise werden in Zukunft eh steigen, ob mit oder ohne regenerative Energien, weil auch die Preise für Kohle, Öl und Gas steigen und weil auch im bestehenden Kraftwerkspark erhebliche Neuinvestitionen unumgänglich sind.

So sehr der Ausbau regenerativer Energien gesellschaftlich erwünscht und notwendig ist, so muss sicherlich eine Korrektur bzgl. der Finanzierung und der damit verteilungsspezifischen Fehlentwicklung erfolgen.

#6 RE: Leserbrief von Stefan Werner 15.09.2013 23:37

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Björn-Lars Kuhn Inhaber der Proteus Solutions GbR und zudem Gründungsmitglied der Energieblogger zu diesem Thema:

Die Abschaffung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes scheint für Justus Haucap eine Passion zu sein. In diversen Medien spricht er sich schon länger für die Einführung eines Quotenmodells aus. Aktuell gerät er in die Schlagzeilen, weil die Monopolkommission in ihrem aktuellen Sonderbericht dieses Quotenmodell propagiert.

Primäre Aufgabe der Monopolkommission ist es - wie der Name schon assoziiert - die Monopolbildung oder auch eine beherrschende Marktmacht im Markt in Deutschland zu beobachten und Maßnahmen vorzuschlagen, die Monopole abbauen helfen und für mehr Wettbewerb sorgen. Eine Empfehlung für ein Quotenmodell auszusprechen, ohne auf die Folgen zur Verfestigung von Oligopolen hinzuweisen, die sich durch eine Umsetzung ergeben würden, ist schon mehr als grenzwertig.

Grenzwertig kann man auch die Rolle des Justus Haucap sehen. Sollte er als Mitglied der Monopolkommission doch unabhängig sein und sich dem gesetzlichen Auftrag der Monopolkommission verpflichtet fühlen..

Doch darf man berechtigt fragen, in wie weit denn diese Unabhängigkeit gegeben ist. Regelmäßig schreibt Haucap für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die von den Unternehmerverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird. Die INSM ist auch die Lobbyorganisation, die bereits seit September 2012 eine Themenkampagne zur Abschaffung des EEG und Einführung eines Quotenmodells begonnen hat. In seinen Texten greift Haucap regelmäßig greift Haucap das Erneuerbare-Energien-Gesetz an, ohne das es in Deutschland keine Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien geben würde. Jetzt veröffentlicht die Monopolkommission im aktuellen Sondergutachten genau die Thesen, die er - und die INSM - schon lange vertreten.

...Hauptargument sind die enormen Kosten, die die Photovoltaik über die Einspeisevergütung erhält. Diese werden bereits seit Jahren über die EEG-Umlage bezahlt. In diversen Novellen wurde die Einspeisevergütung jedoch bis heute auf einen Bruchteil der Anfangswerte reduziert. Haucap verschweigt den Erfolg des EEG, dass Windkraft und Photovoltaik durch dieses Gesetz zu preiswerten erneuerbaren Energieträgern geworden sind (PV von über 50 Cent/kWh im Jahr 2000 auf heute 10-15 Cent/kWh). Mit der aktuellen Vergütung würde die EEG-Umlage kaum noch nennenswerte Mehrkosten produzieren. (siehe auch: Einspeisevergütungen)

Quelle und kompletter Text: https://www.proteus-solutions.de/~Untern...icle.955949.asp

#7 Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) will neue Atomkraftwerke mittels staatlicher Subventionen durchsetzen von Stefan Werner 19.09.2013 16:29

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Aus dem Newsletter von Hans Josef Fell MdB:

Energiekommissar Günther Oettinger (CDU), Merkels wichtigster Mann in Brüssel, will neue Atomkraftwerke in Europa mittels staatlicher Subventionen durchsetzen. Laut einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung (Printausgabe) sagte Oettinger am Rande eines Treffens zu Sicherheitsanforderungen für Atomkraftkraftwerke im März, dass neue Atomkraftwerke sich prinzipiell nicht rechnen würden. Um sie finanzierbar zu machen, müsse man laut Oettinger, eine sensible Umgehung oder pragmatische Anpassung des Beihilferechts vornehmen. Die Süddeutsche analysiert dazu: „Das klingt technisch, bedeutet aber nichts anderes, als dass der Deutsche [Oettinger] Wege aufzeigt, die Investoren gehen sollten, um an staatliche Subventionen zu kommen, damit sie unterm Strich mit den neuen Meilern Geld verdienen können.“

Tatsächlich hat die EU-Kommission im Sommer einen Entwurf für neue Beihilferegelungen veröffentlicht, die eine staatliche Subventionierung von neuen Atomkraftwerken ermöglichen soll. Gleichzeitig soll das deutsche EEG nach Wunsch von Energiekommissar Oettinger abgeschafft werden, um den Ausbau der Erneuerbaren Energie in Europa zu beenden. Damit wäre die Bürgerenergiewende beendet und die Energieerzeugung wieder in der Hand der Atom- und Kohlekonzerne.

Während das EEG so über die europäische Ebene abgeschossen werden soll, bereiten auch in Deutschland Kanzlerin Merkel und die Union einen Ausstieg aus dem Atomausstieg vor. So wird in Bayern die Produktionskapazität des maroden AKW Gundremmingen erhöht und gleichzeitig werden keine Genehmigungen für den Bau neuer Windkraftanlagen erteilt. Dieses Modell soll jetzt auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Schwarz-Gelb verfolgt eine perfide Strategie! Erst haben sie mit den von ihr durchgedrückten Industrie-Privilegien die Strompreise für Haushaltskunden hochgetrieben, jetzt schieben sie den selbst verursachten Preisanstieg vor, um komplett aus der Energiewende auszusteigen.

Berlin, den 19. September 2013

Ihr Hans-Josef Fell MdB

Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen

#8 Preistricks beim Strom von Stefan Werner 19.09.2013 16:45

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Wer für die Energiewende bezahlen muss

Als erstes Industrieland der Welt wagt Deutschland die Energiewende, weg von klimaschädlicher Kohle und radioaktiver Atomkraft, hin zu erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind. Doch das Jahrhundertprojekt wird immer teurer. Die Verbraucher müssen auch nach der Bundestagswahl mit weiter steigenden Strompreisen rechnen, so Experten. Wenn sich nichts Grundlegendes ändert, werden immer weniger Stromkunden die steigenden Kosten der Energiewende bezahlen müssen. Die Reporter Steffen Judzikowski und Hans Koberstein gehen in der "ZDFzoom"-Dokumentation der Frage nach: Warum wird die Energiewende immer teurer?

Quelle: http://www.zdf.de/ZDFzoom/Preistricks-be...m-29646824.html

Wer die Sendung verpasst hat kann sie hier in der ZDF Mediathek anschauen, absolut sehenswert: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/v...icks-beim-Strom

#9 Falscher Verdacht von Stefan Werner 22.09.2013 09:45

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Umweltinstitut München e.V.
Warum Kohle- und nicht Ökostrom die EEG-Umlage in die Höhe treibt

Kaum kündigt sich der Herbst an, beginnt die Diskussion um steigende Strompreise für die privaten Haushalte.
Denn jeweils im Oktober legen die Übertragungsnetzbetreiber die Ökostromumlage für das kommende Jahr fest, die von den Energieversorgern meist in vollem Umfang an die Kunden weitergereicht wird. Wir erklären, warum Ökostrom zu Unrecht als Ursache für den Anstieg der Umlage verantwortlich gemacht wird.


Die Bundesregierung rechnet damit, dass die Umlage in 2014 von derzeit 5,3 Cent pro Kilowattstunde auf 6,2 bis 6,5 Cent/kWh, also um etwa 20 Prozent steigen wird. Auch die Netzumlage würde sich um 0,2 bis 0,4 Cent/kWh verteuern.
Wie kann das sein? Die „AG Energiebilanzen“ meldet, dass die eingespeiste Menge an Photovoltaik- und Windstrom im ersten Halbjahr 2013 erstmals gesunken sei, weil der Ausbau zurückging und es weniger Wind und Sonne gab.

Wenn die Ökostromproduktion sinkt und die Umlage steigt, dann zahlen die privaten Verbraucher offenbar nicht mehr allein für den Ausbau der Erneuerbaren, sondern auch für sachfremde Faktoren.

Aufgrund der Einführung eines neuen Umverteilungsmechanismus für EEG-Ökostrom steigt seit 2010 die Umlage immer schneller:


Grafik: Umweltinstitut München e.V.

Ökostrom wird seit dem Jahr 2010 verpflichtend an der Börse vermarktet, und zwar nicht als „grüner“, sondern als konventioneller „Graustrom“ ohne Grünanteil. Damit vergrößert sich quasi das Angebot an konventionellem Strom, und die Strom- und Einkaufspreise an der Börse fallen. Die Verbraucher zahlen mit der Umlage die Differenz zwischen Einspeise- und Börsentarif, und bei sinkendem Börsenpreis steigt deshalb die Umlage. So finanzieren die privaten Stromkunden immer mehr die niedrigen Strompreise von Großabnehmern und Industrie, die zudem noch von der EEG-Umlage und den Netzentgelten befreit sind.

Verstopfte Netze, gesättigter Markt...

Die Börsenpreise purzeln, so die landläufige Meinung, weil Wind- und Sonnenkraft viel überschüssigen Strom erzeugen, der nicht gebraucht werde. Im Extremfall (bei viel Wind und Sonne) führe dies zu negativen Strompreisen, wo für die Abnahme des Stroms sogar noch bezahlt werden muss. Aber sind wirklich nur Sonne und Wind dafür verantwortlich?

Schließlich hat die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 50 Prozent zugenommen, genau in dem Zeitraum, in dem die Ökostromproduktion gesunken ist. Auch Erdgas erlebte einen Einbruch. Die Atomkraft blieb konstant. Nur die Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle stieg gegenüber 2012 drastisch an. Ein weiterer Grund für Überschussstrom sind offensichtlich die unflexiblen Kohlekraftwerke. Sie laufen auch in Zeiten geringer Stromnachfrage beinahe ungebremst und drücken zu viel Strom in die Netze. EE-Anlagen werden dann, weil flexibel, zwangsweise vom Netz getrennt.

Durch den insgesamt auf 23 Prozent gewachsenen Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien, und auch weil der inländische Verbrauch leicht um 1,6 Prozent gesunken ist, wird in Deutschland weniger konventioneller Strom gebraucht. Aber: Damit ihre Atom- und Kohlekraftwerke weiterlaufen können, verschieben die deutschen Stromerzeuger immer mehr Strom ins Ausland, im vergangenen Jahr so viel wie noch nie (23,1 TWh), und im ersten Halbjahr 2013 legte der Exportsaldo gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch einmal um knapp 50 % zu. Die Stromexporte im laufenden Jahr könnten die Rekordmarke von 30 TWh überschreiten. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) stammen die erneut kräftig gestiegenen Stromexporte allein aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken. Sie produzieren Strom, der für den Inlandsbedarf nicht benötigt wird und sich ungünstig auf die bestehenden Engpässe bei den Übertragungsnetzen auswirkt. Entscheidender Treiber für Exporte ist der aktuelle Preis an der Strombörse. Strom aus abgeschriebenen Großkraftwerken lässt sich bei den in Deutschland aktuell niedrigeren Börsenpreisen im Ausland immer noch gewinnbringend absetzen.

...und trotzdem mehr Kohlestrom

Gemäß Bundesnetzagentur gehen in diesem Jahr so viele Kohlekraftwerke ans Netz wie noch nie in den letzten 20 Jahren. Es handelt sich um neue Steinkohle-Kraftwerke mit einer Rekordleistung von fast 5300 MW, die erstmals in 2013 Strom produzieren. Laut Plan sollen aber nur alte Steinkohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von knapp 1000 MW eingemottet werden. Damit drängen zusätzlich konventionelle Kraftwerkskapazitäten mit einer Leistung von 4300 MW auf einen jetzt schon gesättigten Markt. Und da noch weitere Kohlekraftwerke in Planung sind, die in den nächsten Jahren ans Netz gehen sollen, geraten die Preise an der Börse weiter unter Druck.

Weiterlesen und Quelle: http://umweltinstitut.org/download/energ...%20Verdacht.pdf

#10 RE: Falscher Verdacht von Stefan Werner 15.10.2013 16:36

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Kommentar zu Strompreiserhöhung

Lügen über Erfolgsmodell EEG-Umlage

Über steigende Energiepreise - wie jetzt durch die Erhöhung der EEG-Umlage - freut sich niemand in Deutschland. Dennoch warnt Jürgen Döschner vor Empörung: Auf die würden die Energiekonzerne mit ihrem "Lügengebilde" nur warten.

Hörbeitrag des WDR: http://www.tagesschau.de/kommentar/eeg122.html

#11 RE: Falscher Verdacht von Fienchen 16.10.2013 12:34

Und so wird das EEG in der offentliche Diskussion torpediert, um weitere Entlastungen für die Industrie durch eine radikale Reform zu erreichen.
Dabei steigt die EEG Umlage in dem Umfang, weil viele von der EEG Umlage doch bereits befreit sind, wie der vorherige Beitrag zegt. Ein schönes Beispiel aus der täglichen Meinungsmache.

Kritik an EEG-Umlage wächst :
Der Strom wird teurer
Ab 2014 steigt die EEG-Umlage von 5,28 auf 6,24 Cent je Kilowattstunden. Die Umlage für Erneuerbare Energien steigt 2014 auf ein Rekordhoch. Laut Wirtschaft sind die Belastungen für Industrie und Verbraucher kaum noch zu tragen. Die Diskussionen werden schärfer.
Die Rekorderhöhung der Umlage zeigt der künftigen Bundesregierung, dass eine radikale Reform des EEG unvermeidlich ist“, kommentierte Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Aktuell koste die Umlage jeden Tag 56 Millionen Euro, davon trage die Wirtschaft 30 Millionen Euro. Und weil die Industriestrompreise die zweithöchsten in Europa seien, „desinvestieren die Unternehmen bereits“, sagte Kerber.

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/kritik-an-eeg-umlage-waechst-der-strom-wird-teurer/8937774.html

#12 RE: Falscher Verdacht von Abonnent 16.10.2013 18:04

Zitat:
„Ein schönes Beispiel aus der täglichen Meinungsmache.“

Deshalb regelmäßig Bürgerforum, die kritische Website, lesen!
Wenn man so hört, gewinnt man den Eindruck, dass mehr Bürger im Forum lesen als die Zeitung lesen. Im übertragenen Sinne könnte man sagen, die Auflage des Forums übersteigt bereits die der OZ. Damit würde das Forum einen bedeutenden Platz als Informationsquelle gegenüber der Regionalpresse einnehmen. Weiter so!

#13 RE: Falscher Verdacht von Fienchen 17.10.2013 10:19

Angesichts der täglichen Manipulation, kann man kann die Fakten nicht oft genug wiederholen!

Schluss mit der Demontage der Erneuerbaren!
Streichung der Einspeisevergütung löst Kostenproblem nicht, würgt aber Energiewende ab. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss Onshore-Wind und Photovoltaik fördern.

Es ist zunehmend absurd, dass die Strompreisfrage immer wieder mit der Forderung nach einer Reduzierung des Ausbaus der Erneuerbaren einhergeht.

Die Strompreise spiegeln nicht die tatsächlichen Kosten der Stromerzeugung wieder. Würden die durch Kohlekraftwerke verursachten Klimaschäden oder die Kosten der Endlagerung hochradioaktiven Mülls miteinfließen, würde deutlich werden, wie viel günstiger der Einsatz der erneuerbaren Energien für die deutsche Volkswirtschaft ist.

Wichtig wird es zukünftig sein, die verbrauchsnahe Stromerzeugung zu fördern und klare ökologische Leitplanken wie den Schutz der Natur beim Ausbau der Windkraft zu setzen.”

Um die Strompreise kurzfristig zu reduzieren und die Verbraucher zu entlasten, muss der durch die Erneuerbaren gesunkene Strompreis an der Börse von den Stromkonzernen an die privaten Haushalte weitergegeben und endlich ungerechtfertigte Privilegien für die Industrie abgebaut werden. “Es ist zutiefst ungerecht, dass die Belastung eines Privathaushalts durch die Industriesubventionen in 2014 nochmals auf inzwischen 80 Euro im Jahr ansteigen.

http://www.bund.net/index.php?id=18836

#14 RE: Falscher Verdacht von 17.10.2013 11:25

Ich hab zwar nischt so viel Wissen, aber ich hab schon gemerkt daß der Minister Altmeier die Energiewende nicht fördert sondern kaputtmachen
will.Die lassen sich von den Konzernen bequatschen und wollen uns einen u für einen i vormachen.
Die Förderung der Atomenergie und anderen vosilen Energien in Milliardenhöhe wird uns Bürgern verheimlicht.
Nein, nur die EEG ist schuld an den Preissteigerungen. Leider glaubens zu viel !

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