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#1 Längengrad : 8.8317, Besinnliches zum Jahreswechsel von Jörg Maletz 29.12.2012 00:11

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Längengrad : 8.8317

Ein wenig, ein wenig nach Osten, ein wenig in Richtung des 8.84-ten Längengrades, schiebt sich das Wald-Michelbacher Rathaus in den Blickwinkel, und noch ein wenig weiter der geräumige Friedhof, wenn man von der Galgenhöhe nach Norden schaut. Während das Rathaus im negativen Scheitel des Tals, sich in die abschwingende Falte, in die der Michlbach drainiert, kauert, entfaltet sich der Friedhof frei am offenen Südhang der Gemeinde.

Die Galgenhöhe liegt auf halbem Weg und halber Höhe zwischen Siedelsbrunn und Wald-Michelbach. Folgt man den Wegen aus den tausendjährigen Orten Siedelsbrunn und Schönmattenwag in Richtung des alten Ortskerns von Wald-Michelbach hat man die Galgenhöhe immer im Blick, als wolle sie dem Ort Halt geben, statt eines Galgens hätte dort auch eine Burg stehen können. Nun war es aber wohl ein Galgen, vielleicht auch mehrere, es gab Zeiten, da einer nicht ausreichte.

Der Gipfel der Höhe ist ein schöner, ein beschaulicher Ort, es finden sich einige, wie aus dem Würfelbecher des Henkers achtlos geworfene Steine. Groß genug um bequem darauf Platz zu finden.
Der Berg war kahl, vor Jahren, und der Blick auf den Ort weit und licht. Jetzt stört ein dicht gewachsener Wald und wenn man den Ausblick genießen will, muss man den freien Blick des Aufstiegs durch die Wiesen der Nordflanke mitnehmen und die Augen schließen. So werden es die da oben damals auch gehalten haben.

Der alte Friedhof war etwas weiter westlich, Richtung 8.82. Aus der Ferne erkennt man ihn kaum, sandsteinummauert, mit hohem Baumbestand und alten Steinen. Jetzt wirkt er eher wie ein verwunschener Park, der kaum besuchte Ort einer verblassenden Erinnerung. Er könnte sicher manches erzählen, vielleicht auch von seinem Gegenüber und dessen Steinen.

Wir sind gern hier, mein Hund und ich, manchmal treffen wir Rehe.

Es gibt Zeiten, da wechseln wir die Perspektive, laufen über die Kreidacher Höhe, den Weisskopf, beim Bürgermeister vorbei, zur Nordeinfriedung des Friedhofs.
Hier erstreckt sich bei schönem Wetter ein sonnendurchflutetes Areal, kaum, dass ein Schatten den Fluss des Sonnenlichtes behindert, lediglich die niedrigen Schatten der Grabsteine bilden ein flaches Muster der Vergänglichkeit. Wenn ich jetzt nach Süden schaue, ein wenig westlich, gegen 8.82,
in winterlicher Mittagszeit, wie lang, mit harten Konturen, haben sich die rechten Winkel des Galgens abgezeichnet? Und irgendwann im Mittagslauf der Sonne haben sie den Ort in der Kehle des Tals gewiesen, in die sich heute das Rathaus duckt.

Mein Hund liebt die langen Spazierwege um den Friedhof mehr, als den Besuch bei den Rehen der Galgenhöhe, vielleicht fehlt ihm der freie Blick dort oben, mit Phantasie hat er`s nicht so, selbst eine Doppelportion Leckerlies halten ihn nur kurz bei Laune, bis er weiterdrängt, der Ort ist immer wieder interessant, für eine Weile, dann treibt ihn eine bestimmende Unruhe. Beim Friedhof ist es ähnlich, er will weiter, nur ist er hier vom langen Weg schon etwas müde, eher bereit zu einer kurzen Rast.

Im Wintersonnenschein, vor Augen die verschatteten Nordwiesen der Galgenhöhe und das blaudächige Rathaus in der Talkehle, bedrängt von Galgen und Friedhof, verstand ich die gedrückte Verzagtheit des politischen Personals der Gemeinde.


Jörg Maletz


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#2 WOLFSMORD von Jörg Maletz 29.12.2012 18:12

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Wolfsmord

Seit die Kinder größer sind, pflege ich abends meinem Hund vorzulesen. Karlotto ist sehr verständig und hört meist ruhig zu. Anfangs habe ich die Fragen der Kinder vermisst, bis ich dann bemerkte, dass auch Karlotto Fragen hatte, gelegentlich auch kommentierte. Fragen formuliert er vermittels seiner Kopfhaltung, differenziertere durch verschiedene Stellungen seiner Augenbrauen. Kommentare sind an der Bewegung der Rute abzulesen, stärkere emotionale Bewegung kann er durch die Stellung seiner Lefzen ausdrücken. Wenn er bei Laune ist, entwickelt sich so aus dem Vorlesen gelegentlich ein Gespräch.
Anlässlich des Gebrüder Grimm Jahres habe ich ihm gestern „ Der Wolf und die sieben Geißlein“ vorlesen wollen. Schon nach dem ersten Absatz wurde Karlotto unruhig, ging zum Zeitungskorb und angelte nach der letzten „Zeit“: Oh “Negerbaby“! "Die Ministerin hat recht-alte Kinderbücher strotzen oft nur so vor rassistischer Sprache."
„Was soll das Karlotto? Was hat das Märchen mit Rassismus zu tun?“ Karlotto sprang auf, kam mit dem Kopfkissenlesepferdchen meiner Frau zurück und legte es mir kommentarlos vor die Füße. Lesepferdchen klauen ist streng verboten und wird bestraft. Ich legte das Buch beiseite und hatte schon das Pfui“ auf den Lippen, als mich sein Blick traf.
Er hat ja recht, wenn er jetzt protestiert, das Interview mit Kristina Schröder hatte ich ihm also nicht umsonst vorgelesen, das hat er sich also gemerkt: Gott ist geschlechtslos, ist ja auch logisch, Jesus wurde schließlich vom Heiligen Geist gezeugt. Negerbabys haben schwarze Hautfarbe, ist auch logisch und Pippis Vater konnte überhaupt kein Negerkönig in der Südsee sein, weil Neger ursprünglich gar nicht in der Südsee leben, auch logisch. Rassistisch und voller Vorurteile, diese Märchen!
Jetzt wurde mir auch klar, was mir Karlotto mitteilen wollte. Der Wolf ist nicht böse, er verhält sich nur artgerecht! Nur weil wir die kleinen Lämmchen so süß finden, wenn sie tapsig daherkommen, lassen wir uns von den Wolfsfeinden sofort vereinnahmen, gehen den Vorurteilen auf den Leim und merken gar nicht, dass es denen nur darauf ankommt, ihre Wolfsversicherungsprämien zu sparen.
So konnte es geschehen, dass seit Jahrhunderten jeder Wolfsmord mit öffentlichem Beifall bedacht wurde, während Lämmchen still und harmonisch sterben durften, für unsere artgerechte Küche.
„Die Hunde“, das musste ich ihm für das Lesepferdchen aber noch reindrücken, „haben ihren Teil bekommen.“

Diese Bemerkung hätte ich mir besser gespart, die Lefzen erreichten ihren Tiefpunkt und Karlotto begann zu sabbern.
In solchen Fällen hilft nur noch ein Trick, wenn nicht der ganze Abend versaut sein soll.

Ich habe einen Zeitungsstapel mit Berichten über Gemeindevertretungssitzungen in Wald-Michelbach und bei Lefzendurchhängern, wie oben beschrieben, lese ich Karlotto daraus vor. Diesmal war „Das Thema Pferdesteuer ist vom Tisch“ dran. Karlotto beruhigte sich, und als ich zu der Passage kam:
„Bürgermeister Joachim Kunkel sprach im Namen des Gemeindevorstands……….Die Vereine nehmen ein Darlehen auf, entsprechend hängen Existenzen an dieser Entscheidung,“
da musste Karlotto so richtig loslachen, wahrscheinlich dachte er, dass das wegen der gesellschaftlichen Bedeutung des "Sport des Volkes" (J.Kunkel) nur bei einer systemrelevanten Großbank sein könnte, damit die wenigstens ein paar gut abgesicherte Darlehen im Portefeuille hat.

Jörg Maletz

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http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aktuelles,did=194706.html

www.wnoz.de (s. lokales/ Wald-Michelbach: Die Pferdesteuer ist vom Tisch)

#3 RE: WOLFSMORD von bauschan 30.12.2012 12:44

Vielleicht sollte sich Doc Maletz oder besser Doc Holiday lieber um die
Patienten in Wald-Michelbach kümmern, statt dummes Zeug über seinen Köter
und unsere Gemeinde zu schreiben.

Vom 22.12.12 bis 1.1.13 ist hier kein Arzt erreichbar, alle Praxen sind
geschlossen!

Und außerdem:

"Hundebesitzer sind die rücksichtslosesten Menschen auf der Welt.Dafür haben
Hundebesitzer den Tick, als >bessere Menschen< durchs Leben zu gehen. Sie
haben erfunden, dass es ein Zeichen von Seele sei, Hunde zu lieben, ihren
schmutzigen Geruch zu ertragen, ihr lästiges Geschrei mitanzuhören. Ihre
Persönlichkeit kriecht in den Hund, wo sie den Kampf ums Dasein noch einmal
mitkämpft: »Mein Hund läuft aber schneller als Ihrer!« Das ist ein großer
Sieg.Etwas gegen den Hund zu sagen, heißt für viele, am Heiligsten rühren,
wo der Mensch hat. Die Hundenarren sind häufig ganz erbarmungslose Menschen
- ihren Hund lieben sie mit jener stummen Aggressivität, die das beste
Zeichen eines hohlen Affekts ist. Der Hund ist ihnen nicht nur Schutz,
sondern auch Selbstbetätigung.So ist der treue Hund so recht ein Ausdruck
für die menschliche Seele. Allerseits geschätzt; nur selten in der Jugend
ersäuft; gehalten, weil sich der Nachbar einen hält so bellt er sich durchs
Leben. Und ich will nicht länger murren, wenn es kaum noch einen Fleck gibt,
den er nicht verunreinigt: mit Unrat, nassem Geruch und mit nimmer endendem
Lärm.

Eine fortgeschrittene Zivilisation wird ihn als barbarisch abschaffen."
Vielleicht sollte sich Doc Maletz oder besser Doc Holiday lieber um die
Patienten in Wald-Michelbach kümmern, statt dummes Zeug über seinen Köter
und unsere Gemeinde zu schreiben.

Vom 22.12.12 bis 1.1.13 ist hier kein Arzt erreichbar, alle Praxen sind
geschlossen!

Und außerdem:

"Hundebesitzer sind die rücksichtslosesten Menschen auf der Welt.Dafür haben
Hundebesitzer den Tick, als >bessere Menschen< durchs Leben zu gehen. Sie
haben erfunden, dass es ein Zeichen von Seele sei, Hunde zu lieben, ihren
schmutzigen Geruch zu ertragen, ihr lästiges Geschrei mitanzuhören. Ihre
Persönlichkeit kriecht in den Hund, wo sie den Kampf ums Dasein noch einmal
mitkämpft: »Mein Hund läuft aber schneller als Ihrer!« Das ist ein großer
Sieg.Etwas gegen den Hund zu sagen, heißt für viele, am Heiligsten rühren,
wo der Mensch hat. Die Hundenarren sind häufig ganz erbarmungslose Menschen
- ihren Hund lieben sie mit jener stummen Aggressivität, die das beste
Zeichen eines hohlen Affekts ist. Der Hund ist ihnen nicht nur Schutz,
sondern auch Selbstbetätigung.So ist der treue Hund so recht ein Ausdruck
für die menschliche Seele. Allerseits geschätzt; nur selten in der Jugend
ersäuft; gehalten, weil sich der Nachbar einen hält so bellt er sich durchs
Leben. Und ich will nicht länger murren, wenn es kaum noch einen Fleck gibt,
den er nicht verunreinigt: mit Unrat, nassem Geruch und mit nimmer endendem
Lärm.

Eine fortgeschrittene Zivilisation wird ihn als barbarisch abschaffen."

#4 RE: WOLFSMORD von Jörg Maletz 30.12.2012 13:42

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Damit man auch weiß, mit wem man es zu tun hat: BAUSCHAN ist im Bild zweiter von rechts.

#5 RE: WOLFSMORD von Christiane Hennrich 30.12.2012 13:52

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Zitat von Gast im Beitrag #3
Vielleicht sollte sich Doc Maletz oder besser Doc Holiday lieber um die
Patienten in Wald-Michelbach kümmern, statt dummes Zeug über seinen Köter
und unsere Gemeinde zu schreiben.

Vom 22.12.12 bis 1.1.13 ist hier kein Arzt erreichbar, alle Praxen sind
geschlossen!

Und außerdem:

"Hundebesitzer sind die rücksichtslosesten Menschen auf der Welt.Dafür haben
Hundebesitzer den Tick, als >bessere Menschen< durchs Leben zu gehen. Sie
haben erfunden, dass es ein Zeichen von Seele sei, Hunde zu lieben, ihren
schmutzigen Geruch zu ertragen, ihr lästiges Geschrei mitanzuhören. Ihre
Persönlichkeit kriecht in den Hund, wo sie den Kampf ums Dasein noch einmal
mitkämpft: »Mein Hund läuft aber schneller als Ihrer!« Das ist ein großer
Sieg.Etwas gegen den Hund zu sagen, heißt für viele, am Heiligsten rühren,
wo der Mensch hat. Die Hundenarren sind häufig ganz erbarmungslose Menschen
- ihren Hund lieben sie mit jener stummen Aggressivität, die das beste
Zeichen eines hohlen Affekts ist. Der Hund ist ihnen nicht nur Schutz,
sondern auch Selbstbetätigung.So ist der treue Hund so recht ein Ausdruck
für die menschliche Seele. Allerseits geschätzt; nur selten in der Jugend
ersäuft; gehalten, weil sich der Nachbar einen hält so bellt er sich durchs
Leben. Und ich will nicht länger murren, wenn es kaum noch einen Fleck gibt,
den er nicht verunreinigt: mit Unrat, nassem Geruch und mit nimmer endendem
Lärm.

Eine fortgeschrittene Zivilisation wird ihn als barbarisch abschaffen."







1. Vielerorts sind zwischen den Jahren die Arztpraxen geschlossen, somit hätten wir es mit einer unüberschaubaren Anzahl von "Holiday-Ärzten" zu tun. Dies jedoch einem einzelnen Arzt anprangern zu wollen ist völliger Blödsinn und typisch!! Dass die Notdienstzentrale für uns in weite Ferne gerutscht ist, hat die Gesundheitspolitik verursacht. Haben Sie eigentlich interveniert, als in Wald-Michelbach die Notdienstzentrale geschlossen wurde?

2. Wer so was schreibt:
Hundebesitzer = rücksichtslosesten Menschen auf der Welt
schmutziger Geruch
lästiges Geschrei
Die Hundenarren sind häufig ganz erbarmungslose Menschen
Der Hund ist ihnen nicht nur Schutz, sondern auch Selbstbetätigung
Das es kaum noch einen Fleck gibt, den er nicht verunreinigt: mit Unrat, nassem Geruch und mit nimmer endendem Lärm.

Der mag auch keine Kinder und hat den Hund als sozialen Lebenspartner nicht verstanden! Darüber hinaus können Hunde dem Menschen sehr nützlich und dienstbar sein: Blindenhund, Polizeihund, Wachhund, Rettungshund, Jagdhund ja es gibt sogar Hunde die vor einer herannahenden Unterzuckerung bei Diabetikern warnen!! Und kommen Sie mir jetzt nicht ich würde Hunde mit Kindern vergleichen. Nehmen Sie doch einfach mal nur die hier von Ihnen aufgezeigten Hundevorurteile: lästiges Geschrei und nimmer endendem Lärm!! Das passt 1:1 auf einen Kinderfeind erster Güte.

#6 RE: WOLFSMORD von Christiane Hennrich 30.12.2012 15:14

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Eine fortgeschrittene Zivilisation wird ihn als barbarisch abschaffen."



Was wäre unsere Zivilisation tatsächlich ohne Hund?

Man stelle sich vor ich hätte meine Kindheit ohne "Susi und Strolch" zubringen müssen, hätte nie:
die grandiosen, klugen Rettungsaktionen von "Lassie" erleben dürfen,
nie in die treudoofen Augen von "Bootsmann" geblickt,
niemals mitgefiebert in Jack Londons "Wolfsblut"

nicht auszudenken!!!

Und um's auf die Spitze zu treiben wäre zudem "Rütter" arbeitslos!!

Ja und wie verhält es sich mit unserem in Wald-Michelbach etablierten jährlichen Hundeschlittenrennen, das via Pressearbeit als eine regionale Bereicherung propagiert wird und meiner Ansicht nach auch ist??

Tolle Sache! Oder etwa nicht "bauschan"?

#7 RE: WOLFSMORD von Gast 21 30.12.2012 18:18

Hey Gast du Abartiger !

Ich würde dir empfehlen deine abartigen Aüsserungen die du hier in diesem Forum gemacht hast als Leserbrief an die Zeitung weiterzugeben.
D du bist das primitivste Wesen das mir seit langem über den Weg gelaufen ist.
Womöglich bist du auch noch ein Eiferer der Partei mit dem C davor. Schäm dich !.deine Äusserungen sprechen für sich und müssen nichtmehr kommentiert werde.

Pfui Deibel !!

#8 RE: WOLFSMORD von bauschan 30.12.2012 18:45

Kannst Du das etwas konkreter begründen?

#9 RE: WOLFSMORD von Gast21 30.12.2012 21:07

Ich verweise auf meinen letzten Satz !

#10 RE: WOLFSMORD von glasprost 30.12.2012 21:40

Also ich find es lustig.
Da hat "bauschan" doch tatsächlich einen Auszug aus Tucholskys "Traktat über den Hund, sowie über Lerm und Geräusch"
zu einer Fischfrikadelle umgebastelt. Muss man auch erst mal hinkriegen....*ROFL*

#11 Hundeglück mit Hundeklo von Jörg Maletz 30.12.2012 22:03

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Hundeglück mit Hundeklo

Heute früh gab es einen wunderschönen Regenbogen, im Westen, versteht sich, und es muss nach 9h gewesen sein, die Sonne stand nur kurz am Himmel. Das südliche Ende des Regenbogens, -oder war es der Anfang?- befand sich im mittleren Teil der östlichen Wiesen der Kreidacher Höhe, mitten im Grün des einst geplanten Golfplatzes, so bei Loch 3, denke ich. Das nördliche entschwebte zwischen Friedhof und Reitstall auf der Höhe des UMTS-Mastes, ein schöner, ein erhebender Anblick, mitten im Winter.

Karlotto brachte mir mit auffordernd gestellter Rute die Ausgehleine, um mir mitzuteilen, dass bitte jetzt zum Anfang des Regenbogens wolle, dort fände man nämlich einen vergrabenen Schatz und er stelle sich darunter ein leckeres Mäusenest vor und er wolle dem Rotmilan zuvorkommen. „Rotmilane sind im Winter nicht hier“, sagte ich ihm, als mir sein beharrliches Drängen langsam auf den Keks ging, „wir haben Zeit, vermutlich kommen die sowieso nicht wieder, wegen der Windmühlen“. Als wir dann endlich draußen waren, waren Sonne und Regenbogen weg, aber ich hatte mir den Ort gemerkt. Die Löcher in der Wiese möge man Karlotto verzeihen, er war sehr eifrig, ein Mäusenest hat er nicht gefunden, wahrscheinlich haben die Koordinaten meiner Ortsangabe nicht gestimmt.

Mittags schien dann wieder die Sonne, einen Regenbogen gab es nicht, dafür aber das herrliche Farbenspiel der verspiegelten oder, meinetwegen, bedampften Fensterfronten des Jöstschen Anwesens, gleich neben dem Bürgermeister, dem ich auch so schöne Fenster wünsche.
Bedenken habe ich nur wegen des Rotmilans, wenn er nun doch, trotz der Windmühlen, hierher zurückfindet, werden ihn da nicht die metallic-bunten und im Sonnenlicht so intensiv glänzenden Fensterfronten irritieren? Wird er noch jagen können, dermaßen geblendet? Mir war schon im Sommer aufgefallen, dass die Fischreiher die hohen Fichten bei der Hofwiese nicht mehr besiedelten, inzwischen fürchte ich, dass sie sich auf Beutesuche in Verkennung des ökologischen Fortschritts auf die blauen Photovoltaik Dächer gestürzt haben und jetzt rekonvaleszent irgendwo im Süden ihre Schnabelbrüche auskurieren.

Eins jedenfalls ist sicher, nie war so wenig fröhlicher Vogelgesang in Wald-Michelbach, wie im Jahre 2012. Zeit, dass die 13 endlich kommt.

Damit Karlotto heute nicht gar so traurig, von Mäusenestern träumend ins Körbchen geht, werde ich ihm eine Novelle von Thomas Mann vorlesen: „Herr und Hund“, und als Bonbon werde ich ihm dann noch erzählen, dass Wald- Michelbach auf Beschluss des Gemeindevorstandes jetzt 10 Hundetoiletten der Marke „Bello“ bekommt.

So kann er seinem ständigem Bestreben sich seinen Menschen ein wenig anzugleichen, einen kleinen Triumph hinzufügen, schließlich hatte er mir wiederholt bedeutet, dass er schon immer für die Hundesteuer gewesen sei,“ Menschen zahlen schließlich auch Steuern, oft sogar mehrere“. Und mit den Hundeklos sei das jetzt völlig korrekt, „klar, Chef?“

Jörg Maletz


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#12 RE: Hundeglück mit Hundeklo von Stefan Werner 30.12.2012 22:22

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Zitat von Jörg Maletz im Beitrag #11
Hundeglück mit Hundeklo....und als Bonbon werde ich ihm dann noch erzählen, dass Wald- Michelbach auf Beschluss des Gemeindevorstandes jetzt 10 Hundetoiletten der Marke „Bello“ bekommt.

Ich glaube mich zu erinnern, dass es sogar 15 waren!

„belloo“ befreit Ihre Stadt/Gemeinde vom Hundekot!
einfach + sauber

Es ist nicht nur, dass man sich ärgert über den Tritt in einen Hundehaufen, er kann auch ein Überträger von Krankheiten sein. Der Kontakt mit Hundekot kann eine Infektion mit Spulwürmern und sonstigen Parasiten auslösen. Dieser Aspekt ist keineswegs nur im Hinblick auf Kinderspielplätze und innerstädtische Seen ein Thema, da sich durch den Kontakt mit Hundekot auch Hunde untereinander anstecken können.

Der Anstoss etwas gegen den Hundekot zu unternehmen kommt zumeist von Anwohnern, die sich durch die Hinterlassenschaften der Vierbeiner gestört fühlen. Daher ist es notwendig auf der Basis einer soliden Vorbereitung das Problem gemeinsam mit der Bevölkerung – insbesondere mit den Hundehaltern – anzugehen.
Wir, das practica-Team, entwickeln nicht nur die benötigten Hundetoiletten, sondern begleiten Ihre Stadt / Gemeinde von der Projektierung bis hin zur hundekotfreien Umgebung. Dank unseren langjährigen Erfahrungen können wir Sie in jeder Planungsphase kompetent beraten und Ihnen förderliche Tipps mit auf den Weg geben.

Vielleicht könnte man gleich noch an den Verkauf der praktischen "poco belloo" durch unser Rathaus denken. Vielleicht ließe sich so das Finanzloch stopfen?

poco-belloo – der praktische Beutelspender für Unterwegs

Schluss mit Hundekotbeutel an die Leine knoten oder zerknittert in die Hosentasche stecken - mit poco-belloo haben Sie den Kotbeutel immer gut griffbereit. Denn aus den trendigen poco-belloo Etuis lassen sich die Kotbeutel einfach und schnell entnehmen. Den Beutelspender für unterwegs können Sie, dank Karabiner und Schlaufe, simpel am Gürtel, an der Hundeleine etc. befestigen. Die Nachfülltaschen kann man aber auch gut ohne Etui einfach in die Hosen- oder Jackentasche stecken - eine saubere Sache!

Quelle: http://de.poco-belloo.com/

#13 RE: Hundeglück mit Hundeklo von Jörg Maletz 30.12.2012 22:35

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Ne, 10!

Zumindest nach "Bericht des Gemeindevorstandes für die Sitzung der Gemeindevertretung am 18. Dezember 2012": "Genehmigt wurde der Ankauf

von 10 Hundetoiletten von der Firma Belloo."

Mehr ist bei dem niedrigen Steuersatz nicht drin!

Was machen wir aber nur mit den verwurmten Mäusen, Füchsen, Wildschweinen, mit den veflohten Igeln, Katzen, verzeckten Vögeln.................

mir wird ganz schlecht, wenn ich an all diese Gefahren denke.

Du hast recht, 10 Hundeklos sind viel zu wenig, wahrscheinlich ist das nur die erste

Lieferung und wir haben ein Klo-Abo. Da werden jetzt monatlich 10 kommen,

dann die für die Mäuse, Katzen, Wildschweine........klar, auch für die Pferde

mit ihren antibiotikaverseuchten Äppeln.

Wald-Michelbach propre! Gute Aussichten für 2013!


JM

#14 RE: Hundeglück mit Hundeklo von glasprost 30.12.2012 22:44

Mal eine praktische Frage:
Wäre es nicht besser, so eine Art Pampers für den Hund zu verwenden?
Weil, die haben ja auch mal Dünnpfiff. Und dann, oh je, wie in die Tüte?
Zugegeben, es ist ein Scheißthema. *lach*

#15 RE: Hundeglück mit Hundeklo von Stefan Werner 30.12.2012 23:18

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Zitat von Jörg Maletz im Beitrag #13
Ne, 10!

Zumindest nach "Bericht des Gemeindevorstandes für die Sitzung der Gemeindevertretung am 18. Dezember 2012": "Genehmigt wurde der Ankauf

von 10 Hundetoiletten von der Firma Belloo."
Tja, unsere schmale Verwaltung! Leider bekommen, wohl aus Kostengründen, nur die Fraktionsvorsitzenden eine Kopie des Berichts. Man könnte zwar den Gemeindevertretern eine, für die Gemeinde kostenlose, Kopie per E-Mail zukommen lassen, aber das übersteigt dann wohl doch den gewünschten Informationfluß.

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