Erste Staatsformenlehre des Aristoteles (Wikipedia):
"In der Politik wird zum ersten Mal eine systematische Analyse von Staatsformen unternommen. In der so genannten ersten Staatsformenlehre (Pol. III 6ff.) werden insgesamt sechs Grundtypen von Regierungen gezählt.[5] Diese gruppieren sich zu jeweils Dreien: einmal als „richtige“ Staatsformen und einmal als deren drei „verfehlte“ Abweichungen.
Die drei „guten“ Verfassungen, welche alle auf das Wohl der Allgemeinheit bzw. des Staates ausgerichtet sind (Monarchie, Aristokratie[6] und Politie), werden den drei „entarteten“ Verfassungen gegenübergestellt, die nur dem Wohl der Herrschenden, ihrem Eigennutz, dienen (Tyrannis, Oligarchie und Demokratie). Die Demokratie gilt ihm dabei als Herrschaft der vielen Freien und Armen im Staate, die zu Lasten der Tüchtigen und zum Schaden der Wohlhabenden erfolgt. Auch ist es für Aristoteles nicht zulässig, dass die Armen mächtiger als die Reichen sind. Denn sie sind zahlreicher, und maßgebend ist die Meinung der Mehrzahl. Dies warf er gerade der extremen Form der Demokratie vor, die nicht dem Wohl der Allgemeinheit dient. Die drei schlechten Staatsformen verfehlen damit nach ihm alle den Zweck, das „vollkommene Leben“ in der Polis-Gemeinschaft zu ermöglichen."
Wie man sieht, befindet sich Röttgen in bester Gesellschaft, Aristoteles ist schließlich nicht irgendwer! Warum er das allerdings gleich wieder zurücknimmt, ist nicht leicht zu verstehen. Vielleicht ist ihm ja plötzlich die Erleuchtung gekommen, die Lösung des Problems: Die" Wald-Michelbacher-Verhältnisse".Da glauben einfach alle, zu den Tüchtigen und Wohlhabenden zu gehören und Kraft Ehrenamts auf das Wohl der Allgemeinheit ausgerichtet zu sein. Man könnte auch von der "Wald-Michelbacher-Einnordung" sprechen, einer Herrschaftsform, in der alle auf den Bürgermeister deuten, in der Erwartung, dieser werde ihnen schon die richtige Richtung gewiesen haben. Schlichte Geister sprechen hier von "Postdemokratie". Röttgen hat wohl im letzten Moment gemerkelt, dass das falsch ist und er hat letztlich Aristoteles überwunden, indem er erkannte, dass die Lösung des politischen Widerspruchs seine Synthese ist: "Die Monarchische Demokratie", Wald-Michelbacher-Verhältnisse eben. Oder anders gesagt, lieber Röttgen: "Siegen lernen heißt von Kunkel lernen"!
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ "Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit."
Mark Twain
--- Jörg Maletz ist Sprecher des Vereins "Demokratisches Bürgerforum Überwald" ---
Eine sehr gute Analyse von Herrn Maletz und ein hervorragender Brückenschlag von dem Lapsus linguae, über den ein gewisser Herr Freud seine wahre Freude gehabt hätte, zu den Verhältnissen in unserer lieblichen Gemeinde!
„Verschweige, was du tun willst, so kommt dir niemand dazwischen.“ Altes Sprichwort
Wenn Politiker sich nicht festlegen möchten, dann greifen sie oft auf Gemeinplätze zurück.
Für viele Politiker gilt: keine Rede ohne Phrasen und Gemeinplätze. Geht es um den Zusammenhalt in der Gesellschaft, sprechen Volksvertreter gern von der "Schere zwischen Arm und Reich". Oder der Wunsch von Politikern, nah bei den Menschen sein zu wollen. Das ist kein Outing eines Stalkers, was der Politiker damit eigentlich sagen will: "Trotz all meiner Verdienste habe ich nicht die Bodenhaftung verloren - ich weiß, was die Bürger bewegt."