Haben Sie es auch schon bemerkt? Beim Umwelt- und Naturschutz, bei der Lebensmittelproduktion, in der Landwirtschaft, ja sogar beim Tierschutz ist offensichtlich alles in Butter.
Denn diese Themen kommen in den oft peinlichen Wahlkampfsendungen unserer Fernsehsender überhaupt nicht vor. Einzig die Energiewende wird angesprochen - natürlich nur wegen des Strompreises. Diesen Wahlkampf dominieren ausschließlich Themen, die sich um Geld, Vermögen, Steuern und Sozialleistungen drehen.
Wir fordern die Parteien auf, den Wählerinnen und Wählern ihre Lösungen für gesunde Lebensmittel, nachhaltige Landwirtschaft und einen wirksamen Umwelt- und Naturschutz darzulegen. Schreiben Sie Ihren Kandidaten und fragen Sie nach, warum diese Themen nicht vorkommen.
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Erfrorener Super-GAU für Olympia
Der AKW-Betreiber Tepco ist unfähig, die Lecks in Fukushima in den Griff zu bekommen. Die radioaktive Strahlung ist inzwischen auf 2200 Millisievert pro Stunde gestiegen, das sind 2,2 Sievert pro Stunde – für einen ungeschützten Menschen eine tödliche Dosis.
Die japanische Regierung greift nun direkt ein und will viel Geld für Sicherungsmaßnahmen investieren. Tepco ist längst pleite und mit seinen Schlampereien keine wirkliche Hilfe bei der Katastrophenbekämpfung. 360 Mio. Euro sollen für eine unterirdische Barriere, eine Wand aus vereistem Erdreich, investiert werden, damit das radioaktive Wasser nicht mehr ins Meer fließen kann.
Wer glaubt, dass die Regierung in Japan nun endlich die Katastrophe erkennt und wirksam bekämpft, irrt sich. Diese Maßnahme dient einzig der Olympiabewerbung Tokios für 2020; dabei hätte Japan in Fukushima genügend Herausforderungen, als dass es noch ein globales Sport-Event mit irrsinnigen Infrastrukturmaßnahmen mit entsprechenden Kosten bräuchte.
Das Vorhaben "vereister Schutzwall" ist eine weitere hilflose experimentelle Aktion, wo einzig der enorme Energieverbrauch sicher ist. Erst im Frühjahr 2015 soll die Eiswand fertig sein, dabei weiß man schon heute nicht mehr, wohin mit dem verstrahlten Wasser, das täglich tonnenweise anfällt. Also: keine Entwarnung in Sicht.
Fracking und das Sterben der Fische
Die lange Liste der Umweltkatastrophen durch Fracking bekommt einen weiteren, traurigen Eintrag: Im US-Bundesstaat Kentucky haben Fracking-Chemikalien einen See verseucht und ein Massensterben unter der dortigen Fischpopulation hervorgerufen. Betroffen ist die ohnehin schon als gefährdet eingestufte Art der "blackside dace", einer seltenen Unterart der Karpfenfische, die lediglich in drei amerikanischen Bundesstaaten vorkommt.
Als Grund geben die Behörden an, dass die beim Fracking eingesetzten Chemikalien unsachgemäß entsorgt worden seien, der See sei daraufhin mit Metallen und Säuren kontaminiert worden. Wie so oft wird die Schuld einem Subunternehmer zugeschoben.
Dass beim Fracking schwere Umweltschäden von Kontaminationen bis hin zu Erdbeben offenbar nicht zu vermeiden sind und systematisch vorkommen, sollte die Politik auch hierzulande zum Umdenken bewegen.
Wir fordern die Bundesregierung vor und nach der Wahl dazu auf, Fracking in Deutschland zu verbieten! Sogar in einer Umfrage auf der Homepage der FDP, die Fracking gerne erlauben möchte, sprechen sich 95 Prozent der Befragten für ein generelles Verbot aus.
Schon fast 50.000 Menschen haben sich an unserer Onlineaktion "Fracking verbieten!" beteiligt. Es wird Zeit, dass die Politik den Bürgerwillen ernst nimmt, das veraltete und undemokratische Bergrecht reformiert und Fracking gesetzlich verbietet.
__________________________________________________________________________ - Stefan Werner ist Vorstandsmitglied des Vereins "Demokratisches Bürgerforum Überwald" -