Der Versuch, den Begriff "Korruption" trennscharf zu definieren, fällt nicht so leicht, wie auf den ersten Blick zu erwarten. Eine Vielzahl von Verhaltensweisen können hiermit gemeint sein, denen allerdings gemeinsam ist, dass eine Macht- oder Entscheidungsposition ausgenutzt und dabei gegen juristische und/oder ethische Regeln verstoßen wird. Ziel der korrupten Handlungen ist ein direkter oder indirekter, meist wirtschaftlicher Vorteil. Ein solches Verhalten kann aus eigenem Antrieb erfolgen, aber auch von Dritten angestiftet werden.
Zivilgesellschaft und Medien
Bei der Aufdeckung von Korruption können zivilgesellschaftliche Gruppen wie Bürgerinitiativen, aber auch Verbände, Gewerkschaften etc. häufig eine Vorreiterrolle spielen. Für eine Aufhellung der Zusammenhänge ist immer eine vertiefte Kenntnis der Vorgeschichte und der lokalen Netzwerke notwendig. Die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Netzes verstärkt daher zumeist auch den Schutz gegen allzu sehr verselbständigtes und unkontrolliertes Handeln der politischen und wirtschaftlichen Akteure.
Eine besondere Rolle in der Prävention, vor allem aber in der Aufdeckung von Skandalen kann die lokale Presse spielen – falls sie nicht selbst Teil des lokalen Klüngels ist, was besonders häufig bei Medien mit einer lokalen Monopolstellung zu befürchten ist. Daher waren es in jüngerer Zeit oft überregionale Medien, die (beispielsweise in Köln) Licht ins Dunkel gebracht haben. Für TI (Transparency International) wie für alle, die Korruption bekämpfen wollen, ist die Zusammenarbeit mit Medien und mit zivilgesellschaftlichen Gruppen ein zentrales Element der politischen Strategie.