Wie eine kleine Urlaubsfahrt mit Freunden mutet die Exkursion des Energiestammtischs aus dem Überwald am 8. Mai zur Windenergieanlage „Gute Ute“ in Neutsch an. Der Routenführer Georg Schumacher mit seinem Elektro-Clio vorneweg, muß sich schon genau auskennen, denn vom Überwald bis auf die Neutscher Höhe sind die 5 Windkraftanlagen kein einziges Mal zu sehen. Unglaublich, haben wir doch die Nabenhöhe von 100 Metern und den Rotordurchmesser von 92 Metern aus der Einführung noch im Kopf. Erst auf der Anhöhe, oberhalb von Schmal-Beerbach, drehen sich die 3 kleinen bereits vor 18 Jahren installierten 600 Kilowatt-Anlagen flott im Wind, während sich die Rotoren der beiden modernen 2 Megawatt-Anlagen sehr gemächlich mit 10-12 Umdrehungen pro Minute bewegen.
Aus 300 Meter Entfernung halten wir das erste Mal an, um den idyllischen Eindruck, der sich uns offenbart, mit den wunderschönen Langhornrindviechern im Vordergrund, aufzunehmen.
Und – wir lauschen - und hören nichts, außer Grillengezirpe und Vogelgezwitscher. Auch die Wegeführung zur Windenergieanlage ist kaum zu entdecken, da sie bereits wieder rückgebaut wurde. Am Fuße der 100 Meter hohen 2 MW-Anlage werden wir bereits von Jürgen Simon und Micha Jost, den beiden Windexperten, Erbauern und Initiatoren der „Guten Ute“, erwartet. Nachdem wir uns alle fröhlich begrüßt haben, fällt uns wieder auf - das was wir hören sind in erster Linie die Stimmen der 30 Energieinteressierten und das Brummen des Trafohäuschens. Dann konzentrieren wir uns auf die Rotoren, die gemütlich Runde für Runde die Kraft aus dem Wind sammeln und außer einem leisen Pfeifen, das ans Drachensteigen aus der Kindheit erinnert, wieder kein „donnerndes“ Flügelgeräusch. Wir blicken uns auf dem Boden um, nirgends finden wir die „geschredderten Vögel“, von denen Windkraftgegner so gerne berichten. Nicht verheimlichen möchte der Windexperte Simon, dass „Gegenwind“ von Neutscher Seite die Errichtung der Anlage hinausgezögert hat, wodurch sich Planung und Bau über 3 Jahre erstreckten. Die Entwicklung ist weiter gegangen, heute würde er sicher den leistungsstärkeren Nachfolger, eine 3 MW-Anlage, an dieser Stelle errichten.